| Oktober 2002 |
transkript, Nr.
10, 8. Jahrgang |
Bayern
Kompetenzzentrum "Fluoreszente Bioanalytik" gestartet
Regensburg - Mit einer Startförderung von 8 Mio. € hat das
Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik (KFB) der
Universität Regensburg im BioPark seinen Betrieb aufgenommen. Auf
über 500 m2 Laborfläche soll es unter Leitung von Dr. Jens
Kürner künftig als FuE-Dienstleister und als zentrales
Bindeglied zwischen den Regensburger Hochschulen und der Industrie
dienen.
16 Projekte sind in Vorbereitung, die meisten aus der
"Array-Technologie". Ziel ist eine Neuentwicklung von Diagnoseverfahren
für die Routineanwendung in der Klinik. Weitere Projekte befassen
sich mit Mikroskopie und Durchflußzytometrie, der Synthese
neuartiger fluoreszierender Nanopartikel und der Protein-Bioproduktion.
Firmenausgründungen aus dem KFB sind von allen Seiten
ausdrücklich gewünscht und gefördert. |
| Oktober
2002 |
BIOforum, Nr.
10, 25. Jahrgang |
Kompetenzzentrum
erfolgreich gestartet
Das Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik der
Uni-versität Regensburg (www.uni-regensburg.de) ist im BioPark
gestartet. Das Zentrum dient als F & E Dienstleister und zentrales
Bindeglied zwischen den Regensburger Hochschulen und der Industrie.
Herr Dr. Jens Kürner ist seit April Leiter des Zentrums. Derzeit
sind 12 Projekte in Vorbereitung, deren Ziel u. a. die Neuentwicklung
von schnellen, preiswerten Diagnoseverfahren für die
Routineanwendung in der Klinik ist. Das Ziel des KFB ist die
eigenständige Einwerbung von Finanzmitteln, um langfristig
unabhängig von Zuschüssen zu werden. Eine Ausgründung
von Firmen aus dem KFB wird ausdrücklich gewünscht und
gefördert. Weitere Projekte und Kooperationen sind möglich
und können bei Dr. Kürner angefragt werden. (Email:
jens.kuerner@kfb-regensburg.de)
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| Oktober 2002 |
UMail,
Regensburger Universitätszeitung, Nr. 5, 27. Jahrgang |
Was ist
"Fluoreszente Bioanalytik"?
Im BioPark hat das Kompetenzzentrum für Fluoreszente
Bioanalytik der Universität Regensburg den Betrieb aufgenommen
Am 4. September wurde im BioPark Regensburg das Kompetenzzentrum
für Fluoreszente Bioanalytik (KFB) der Universität Regensburg
feierlich eröffnet. Auf über 500 m2 Laborfläche soll das
Zentrum als Forschungs- und Entwicklungs-Dienstleister und zentrales
Bindeglied zwischen den Regensburger Hochschulen und der Industrie
dienen.
Derzeit sind sechzehn Projekte in Vorbereitung. Die meisten kommen aus
dem hoch innovativen Gebiet der Array-Technologie. Dabei werden auf
speziellen Diagnose-Chips die fluoreszenten Leuchtstoffe mit
verschiedenen Trägern wie Antikörpern oder Genen so
kombiniert, dass Sie z.B. Krebszellen, Herzkreislauf-Risikogruppen,
Multiple-Sklerose oder Darmerkrankungen feststellen können. Ziel
der Projekte ist die Neuentwicklung von schnellen, preiswerten
Diagnoseverfahren für die Routineanwendung in der Klinik. Weitere
Projekte befassen sich mit Mikroskopie und Durchflußzytometrie
(z.B. adulter Stammzellen), der Synthese neuartiger fluoreszierender
Nanopartikel, sowie der nachhaltigen Bioproduktion von Proteinen. Das
primäre Ziel des KFB ist die eigenständige Einwerbung von
Finanzmitteln, um langfristig unabhängig von wirtschaftlichen
Zuschüssen zu werden. Eine Ausgründung von Firmen aus dem KFB
wird von allen Seiten ausdrücklich gewünscht und
gefördert.
Neue Synergien durch interdisziplinäre Zusammenarbeit
Bei der Eröffnungsfeier im Hörsaal des BioPark-Gebäudes,
bei der auch Staatssekretär Hans Spitzner und
Oberbürgermeister Hans Schaidinger zugegen waren, hob Rektor Alf
Zimmer in seinem Grußwort das Neuartige an diesem
Kompetenzzentrum hervor: "Wenn sich Wissenschaft mit Problemen der
Anwendung auseinandersetzen will, so sind dafür Strukturen
nötig, die Matrix- oder Netzwerkcharakter haben, denn konkrete
Probleme betreffen in der Regel mehrere Disziplinen und stehen vielfach
quer zu den wissenschaftlichen Kategorien. Deshalb seien
Kompetenzzentren wie das für Fluoreszente Bioanalytik als Fix- und
Ausgangspunkt für problemorientierte Netzwerke notwendig".
Erfolgreich wirken könne ein solches Zentrum jedoch nur, so fuhr
der Rektor fort, "wenn es in den entsprechenden organisatorischen,
intellektuellen und sozialen Kontext eingebunden ist. Aus diesem Grunde
findet sich das Kompetenzzentrum im Bereich des BioParks, ist der
Universität, speziell dem grundlagenorientierten
Graduiertenkolleg, aber auch den anwendungsoreintierten Bereichen
speziell in der Medizin benachbart und bringt Fachleute zusammen, die
in traditionell organisierten Wissenschafts- oder
Universitätsverbünden kilometerweit entfernt und durch
organisatorische Barrieren getrennt wären". "Durch die vorhandene
Bandbreite an Projekten", so schloss der Rektor, "und das funktionelle
Ineinandergreifen der verschiedenen beteiligten Fakultäten wird
die Bedeutung für die Universität Regensburg deutlich. Der
Betrieb des KFB wird zu neuen Synergien durch das hohe Maß an
interdisziplinärer Zusammenarbeit führen und bringt die
Chance, sich als eine Schnittstelle zwischen Forschung und Lehre und
Entwicklung und Produktion zu etablieren. Damit wird letztlich auch die
Attraktivität der Universität Regensburg erhöht".
Hans Spitzner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium
für Wirtschaft, Verkehr und Technologie, der als Überbringer
des Bescheids über den größten Teil der Mittel
(3.288.900 Euro) gekommen war, stellte das Projekt in den Zusammenhang
der High-Tech-Offensive, mit der der Freistaat die Entstehung von
Hochtechnologie-Zentren von internationaler Bedeutung fördert. So
wurden im Rahmen des Programms "Offensive Zukunft Bayern" ca. 1,7 Mrd.
Euro in Wissenschaft, Forschung und Zukunftsfelder der Wirtschaft
investiert, und seit 2000 mit der sogenannten "High-Tech-Offensive"
nochmals über 1,35 Mrd. Euro bereit gestellt.
Im Zusammenhang mit der High-Tech-Offensive, so Staatssekretär
Spitzner, spielten vor allem die sogenannten Life Sciences eine
Schlüsselrolle. Dabei sei Regensburg prominent vertreten. Grund
genug für den Freistaat, in den nächsten Jahren alleine in
den Ausbau der BioRegio Regensburg 63,6 Mio. Euro zu investieren, denn
Regensburg sei eine wesentliche Säule der Biotechnologie in Bayern.
Oberbürgermeister Hans Schaidinger bezeichnete das neue
Kompetenzzentrum zwar "als das Herz unserer
Biotechnologieaktivitäten" und verwies darauf, dass es Regensburg
gelungen sei "sich eine Reputation im Bereich der Biotechnologie
regional, europaweit und international zu erarbeiten". Doch dürfe
man sich mit dem Erreichten nicht zufrieden geben, sondern müsse
rechtzeitig die Weichen in die Zukunft stellen. Konkret warb der
Oberbürgermeister für die finanzielle Unterstützung
durch den Freistaat für den bereits beschlossenen BioPark II und
nannte als weitere Zielsetzung, unmittelbar angrenzend an das
Universitätsgelände einen Technologiepark aufzubauen, um
langfristig die weiteren Chancen der Kooperation des Klinikums, der
Universität, der Fachhochschule und der ansässigen Wirtschaft
zu stärken. Der Stadtrat habe dazu seine Zustimmung gegeben.
Allerdings brauche es dazu nicht nur Geld, so der OB, sondern "den
Gemeinschaftssinn aller Akteure, der bei der BioRegio-Initiative zum
Ausdruck gekommen ist".
Die Vorgeschichte
Mit der Teilnahme am BioRegio Wettbewerb 1996 kam es zur ersten
Schärfung des biotechnologischen Potentials in der BioRegio
Regensburg. Die Jury hob lobend die Kompetenz der Regensburger
Hochschulen und Firmen im Bereich Fluoreszenztechnologien hervor. Diese
Bioanalytik umfasst sämtliche Techniken zur Identifizierung und
Quantifizierung von Substanzen, welche mit Hilfe von "Leuchtstoffen"
sichtbar gemacht werden. Gerade in der medizinischen Diagnostik
ermöglicht dies schnelle und preiswerte Methoden.
Um die thematische Fokussierung weiter auszubauen, wurde in der
High-Tech Offensive 1999 parallel zur Gründung der BioPark
Regensburg GmbH die Schaffung eines universitären
Kompetenzzentrums zur Umsetzung dieses Potentials in marktfähige
Produkte beschlossen. Auch hier überzeugte das Konzept: der
Freistaat investierte insgesamt 4,5 Mio. € in die technische
Ausstattung und 3,5 Mio. € in den Betrieb und die ersten Projekte. Mit
dieser Startförderung ist das Kompetenzzentrum nun ein wichtiger
Motor für die Entwicklung und Anwendung neuer analytischer
Verfahrenstechniken auf dem Gebiet der Fluoreszenten Bioanalytik im
BioPark.
Im letzten BioProfile-Antrag 2001 des Bundesministeriums für
Bildung und Forschung (bmb+f) wurde den fluoreszenten bioanalytischen
und gentechnischen Analyseverfahren ein sehr hohes Umsetzungspotential
bescheinigt. So sah das projektbegleitende Beratungsunternehmen Cap
Gemini Ernst & Young in dem Regensburger Antrag eine gute
Möglichkeit, universitäres Know-how in neue
Kooperationsprojekte mit der Industrie sowie der Generierung
zukünftiger Start-Up-Unternehmen in der Region zu
überführen.
Das Management
Mit dem 1. April 2002 hat der neue Leiter des Zentrums, Dr. Jens
Kürner, seine Tätigkeit im BioPark aufgenommen. Dr.
Kürner, Jahrgang 1972, hat in Regensburg bei Prof. Wolfbeis Chemie
studiert und promoviert. Internationale Erfahrung sammelte er bereits
als Schüler: er erwarb ein High School Diplom in Arlington, Ohio,
USA. Es folgten Praktika während des Studiums u.a. in Manchester
(Salford University) und Strasbourg (Université Louis Pasteur).
Neben zahlreichen Publikationen zeichnete sich Dr. Kürner zuletzt
durch den G. Märkl-Promotionspreis der Novartis Stiftung für
Therapeutische Forschung aus. Er gilt als Kenner der fluoreszenten
Bioanalytik Szene und bringt damit beste Vorrausetzungen für die
Koordination des Kompetenzzentrums für Fluoreszente Bioanalytik
mit.
Dem Kompetenzzentrum steht ein wissenschaftlicher Beirat aus sieben
Professoren der verschiedenen Fakultäten der Universität
Regensburg und des Klinikums der Universität Regensburg zur Seite:
Prof. Dr. Ulrich Bogdahn (Klinik und Poliklinik für Neurologie),
Prof. Dr. Michael Dowling (Lehrstuhl für Innovations- und
Technologiemanagement), Prof. Dr. Peter Hegemann (Institut für
Biochemie), Prof. Dr. Ferdinand Hofstädter (Institut für
Pathologie), Prof. Dr. Gerd Schmitz (Institut für Klinische Chemie
und Laboratoriumsmedizin), Prof. Dr. Hans Wolf (Institut für
Medizinische Mikrobiologie und Hygiene) Prof. Dr. Otto Wolfbeis
(Institut für Analytische Chemie, Chemo- und Biosensorik).
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| Sept./Okt. 2002 |
biomedpark, Nr.5 |
Regensburg -
nur in Münchens Schatten?
... Weitere universitäre Forschungsansätze für schnelle
und preiswerte fluoreszente Diagnoseverfahren in der klinischen
Anwendung werden jetzt im Kompetenzzentrum für Fluoreszente
Bioanalytik (KFB) gebündelt. Die technische Ausstattung des nach
längerer Vorbereitung eingeweihten KFB hat sich der Freistaat 4,5
Millionen EUR kosten lassen. Für den Betrieb und die ersten
Projekte werden in den nächsten fünf Jahren noch einmal 3,5
Millionen EUR zur Verfügung gestellt. Im April dieses Jahres hat
das KFB seine über 500 qm großen Räume im BioPark
bezogen, doch noch sind die nagelneuen labore leer. "Aber der
Zuwendungsbescheid für die positiv begutachteten Projekte ist seit
Juli da", versichert Jens Kürner, Projektkoordinator im KFB. "Wir
können jetzt mit dem Bestellen und Einrichten anfangen." Richtig
gestartet werden soll im Oktober mit 20 bis 30 Mitarbeitern, die von
den einzelnen Professoren der Projekte gestellt werden.
Ausstattungstechnisch kann sich das KFB dann u.a. auf ein
Raft-Mikroskop und einen High- sowie einen Low-Density-Array-Reader
freuen. Insgesamt sind 12 Projekte bewilligt, eingeteilt in die vier
Funktionseinheiten Array-Technologie, Bio-technologie, Mikroskopie/
Durchflusszytometrie und Synthese/Spektroskopie. Finanzieren soll sich
das KFB langfristig durch Ausgründungen und als Forschungs- und
Entwick-lungsdienstleister auf dem Gebiet der fluoreszenten Analytik,
an der Schwelle zwischen Hochschule und Industrie. So zumindest sieht
es der Businessplan vor.
Damit diese Aussicht nicht nur eine schöne Hoffnung bleibt, wurde
bei der Auswahl der Projekte auch auf ihre wirtschaftliche
Anwendbarkeit geachtet. "Zudem sind die einzelnen Funktionseinheiten
nicht als isolierte Projekte zu sehen", betont Jens Kürner. Ein
Projekt aus dem Bereich Synthese/Spektroskopie beschäftige sich
z.B. mit neuen Fluoreszenzfarbstoffen, die dann bei Projekten aus dem
Bereich Array- Technologien Einsatz finden können. "Der
ganzheitliche Ansatz ist wichtig und soll gefördert werden." ...
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| 11.09.2002 |
Wochenblatt,
Regensburg |
Regensburg:
Spitzenposition in Bioanalytik ausgebaut
REGENSBURG: Auf über 500 Quadratmetern Laborfläche wurde am
vergangenen Mittwoch im Hörsaal des BioParks
(Josef-Engert-Straße 9) das Kompetenzzentrum für
Fluoreszente Bioanalytik eröffnet. Damit konnte Regensburg seine
führende Position als das deutsche Zentrum für fluoreszente
Bioanalytik weiter ausbauen.
Das Kompetenzzentrum dient zukünftig als Dienstleister und
zentrales Bindeglied zwischen den Regensburger Hochschulen und der
Industrie und wurde im Rahmen der High-Tech Offensive beschlossen. Der
Freistaat investierte insgesamt 4,5 Millionen Euro in die technische
Aussattung und 3,5 Millionen Euro in den Betrieb und die ersten
Projekte.
Das Zentrum soll als wichtiger Motor für die Entwicklung und
Anwendung neuer analytischer Verfahrenstechniken auf dem Gebiet der
Fluoreszenten Bioanalytik im BioPark fungieren. Aufgrund der
angesammelten Erfahrungen in der fluoreszenten Bioanalytik und seiner
ergänzenden Fokussierung auf Bioprodukte und molekulare Sonden
gilt die Region inzwischen als ein herausragendes Zentrum für
Bioanalytik in Deutschland. Die neuentwickelten Produkte werden
mittlerweile weltweit vermarktet, so eine Meldung aus dem BioPark. (wr) |
| 06.09.2002 |
Süddeutsche
Zeitung |
Die
leuchtenden Gene
Im Biopark Regensburg wird ein Verfahren zur
Früh-Erkennung von Krebs entwickelt
Von Christian Schneider. Regensburg - Patienten mit Krebserkrankungen
oder Herzleiden können schon bald gezielter therapiert werden.
Möglich macht das ein neues Diagnoseverfahren, das im jetzt
eingeweihten Regensburger Kompetenzzentrum für Fluoreszente
Bioanalytik (KFB) entwickelt wird und spätestens in drei Jahren
auf den Markt kommen soll. Bei dem KFB werden schon bald rund 30
wissenschaftliche Mitarbeiter mit dieser Methode beschäftigt sein.
In der fluoreszenten Bioanalytik werden Substanzen mit Hilfe von
Leuchtstoffen sichtbar gemacht und quantifiziert. Das neue Zentrum
verfügt dafür über eine kostspielige
Geräte-Infrastruktur, die es nur noch an zwei oder drei anderen
Standorten in Deutschland gibt.
Bei dem neuen Diagnoseverfahren wird menschliches Erbgut - in der Regel
Blut - in einen speziellen Diagnose-Chip gespritzt und dort auf etwaige
Defekte hin analysiert. Der Vorgang ist vergleichbar mit dem Abgleich
von Daten - normal entwickelte Gene werden mit den Genen des Patienten
verglichen. Bei der fluoreszenten Bioanalytik werden Gene, die aus der
Norm fallen, frühzeitig entdeckt, der Arzt kann schon zu einem
Zeitpunkt eine Therapie bestimmen, noch ehe sich beim Patienten
Symptome der Krankheit bemerkbar machen.
Das neue Kompetenzzentrum ist ein Kind der Universität Regensburg,
mit dessen Klinikum es eng zusammen arbeitet. An dem Kompetenzzentrum
sind acht Lehrstühle der Uni Regensburg be-teiligt. Untergebracht
ist die Einrich-tung allerdings im so genannten Bio-Park der Stadt.
Derzeit werden in den 500 Quadratmeter großen Labors des
Biotech-Zentrums zwölf Projekte vorbereitet. Die Initiatoren
hoffen, dass die Wissenschaftler ihre Forschungen in Zukunft für
die Gründung eigener Unternehmungen nutzen können.
"Wir verstehen uns sowohl als Forschungs- und Entwicklungseinrichtung
als auch als Dienstleistungsunternehmen", sagt Jens Kürner, der
Geschäftsführer des KFB. Zu den Kunden dieses Dienstleisters
werden künftig Kliniken und auch die einschlägige Industrie
gehören. Schon jetzt gilt Regensburg als einer der drei
führenden Biotechnologie-Standorte in Deutschland.
Vor einigen Jahren bereits hatte die Stadt das Gründerzentrum
Biopark initiiert und damit zahlreiche Unternehmen der Branche in die
Domstadt gelockt. Inzwischen platzt der Biopark aus allen Nähten.
Nun wird im Regensburger Rathaus über den Bau eines weiteren
Bioparks nachgedacht. Damit könnte die Stadt ihre Position im
Bereich Biotechnologie noch weiter ausbauen.
Der Freistaat hat bis jetzt 4,5 Millionen Euro in die technische
Ausstattung und weitere 3,5 Millionen Euro in den Betrieb und die
ersten Projekte des neuen Kompetenzzentrums investiert. Spätestens
in drei Jahren läuft aber jegliche Förderung aus. Dann soll
die Einrichtung auf eigenen Füssen stehen und Geld mit neuen
Plänen verdienen.
Ziel der laufenden Forschungsprojekte ist die Entwicklung von neuen
Diagnoseverfahren, die schneller und preiswerter sind als die
bisherigen, sagt Kürner. Der KFB-Geschäftsführer
fügt aber im gleichen Zusammenhang hinzu, dass damit die derzeit
üblichen Vorsorgeuntersuchungen, etwa für Brust- oder
für Darmkrebs, "nicht überflüssig oder ersetzt werden".
Man könne vielmehr von einer "Ergänzung" sprechen. Ärzte
bekämen eine "zusätzliche Hilfestellung".
Doch nicht nur Patienten und Ärzte, sondern auch die Krankenkassen
sind interessiert an dem neuen Diagnoseverfahren, wie es jetzt auf der
Basis der fluoreszenten Bioanalytik im Regensburger KFB entwickelt
wird. Der Diagnose-Chip gibt nämlich auf Grund des Gen-Vergleichs
Auskunft darüber, für welche Krankheiten ein Patient
anfällig ist und was er beziehungsweise sein Arzt gezielt
unternehmen kann, damit die Krankheit erst gar nicht oder nur sehr
abgeschwächt zum Ausbruch kommt. Gerade auch für
Risiko-Patienten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ergeben sich
damit ganz neue Möglichkeiten bei der Prävention.
Gegenmaßnahmen können frühzeitig ergriffen, Medikamente
richtig dosiert und speziell auf ein ganz bestimmtes Krankheitsbild
abgestimmt werden.
Beim KFB geht man davon aus, dass das neue Diagnoseverfahren schon bald
zur "Routineanwendung in den Kliniken" wird.
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| 05.09.2002 |
Mittelbayerische
Zeitung |
Ein
großer Schritt Richtung Industrie
Die Uni eröffnete gestern das Kompetenzzentrum für
Fluoreszente Bioanalytik
Von Peter Brielmaier, MZ. Regensburg. Die Universität hat sich
gestern mit dem bislang größten Schritt in ihrer Geschichte
für die Wirtschaft geöffnet: Im Biopark wurde das
Kompetenzzentrum für "fluoreszente Bioanalytik" eröffnet, in
dem Professoren aus mehreren Fachbereichen zusammenarbeiten. Im
Mittelpunkt steht dabei die anwendungsbezogene Forschung. Biologen,
Chemiker und Mediziner wollen hier nicht nur mit Hilfe der
Biotechnologie moderne Diagnoseverfahren entwickeln, sondern auch zur
Gründung von Start-Up-Unternehmen beitragen.
"In diesem Kompetenzzentrum kommen Fachleute zusammen, die traditionell
kilometerweit auseinander sitzen", sagte Rektor Professor Alf Zimmer.
Prinzipiell mache ein solches Projekt, das nicht zur traditionellen
Organisationsform passe, einer Universität eher Schwierigkeiten.
"Deshalb ist es umso schöner, dass es zustande gekommen ist." Das
neue Kompetenzzentrum solle Bindeglied zwischen "den Regensburger
Hochschulen" und der Industrie sein. Auch wenn im wissenschaftlichen
Beirat bislang nur Professoren der Universität sitzen, hofft
Zimmer, dass in Zukunft auch die Fachhochschule mit ihrem
technologischen Wissen eingebunden werden kann.
Das Kompetenzzentrum für fluoreszente Bioanalytik wird vom
Freistaat Bayern mit Privatisierungserlösen aus der
High-Tech-Offensive unterstützt. Staatssekretär Hans Spitzner
vom Wirtschaftsministerium hatte bei der Eröffnungsfeier den
Bewilligungsbescheid für 3,2 Millionenn € für Zimmer in der
Tasche. Insgesamt beträgt die Förderung 3,5 Millionen €. Dazu
kommt über fünf Jahre ein laufender Zuschuss von 127 000 €
jährlich aus den regulären Haushaltsmitteln. Das
Kompetenzzentrum ist zurzeit noch Teil der Uni, soll sich auf Dauer
aber durch Industrieaufträge und Kooperationen selbständig
finanzieren, sagte Spitzner.
Oberbürgermeister Hans Schaidinger hatte gestern bereits den
nächsten Schritt ins Auge gefasst: "Mit der Inbetriebnahme des
Kompetenzzentrums geht das Haus insgesamt seiner hunderprozentigen
Vollauslastung entgegen. Wir mussten bereits einige Interessenten
abweisen." Die Stadt Regensburg habe trotz ihrer schwierigen
Haushaltslage für das nächste Jahr ihren Anteil für den
geplanten Biopark II fest eingeplant. Dies könne aber nur
gelingen, wenn der Freistaat fünf Millionen € als
Investitionszuschuss gewähre, sagte Schaidinger mit Blick auf
Spitzner. "Wir sind kleiner, feiner und im Verhältnis
erfolgreicher als andere im Bereich Biotechnologie", so Schaidinger.
Fluoreszente Bioanalytik
Die fluoreszente Bioanalytik umfasst alle Techniken, mit denen
Substanzen mit Hilfe von "Leuchtstoffen" sichtbar gemacht werden. Sie
wird vor allem in der medizinischen Diagnostik eingesetzt, um schnell
und preiswert Untersuchungen durchführen zu können, ob
beispielsweise Krankheiten vorliegen.
Im Regensburger Kompetenzzentrum bildet die sogenannte Array-Technik
den Schwerpunkt. Dabei werden auf Diagnose-Chips die fluoreszenten
Leuchtstoffe mit Antikörpern oder Genen kombiniert. Dadurch kann
dann festgestellt werden, ob beispielsweise Krebszellen vorhanden sind,
ob die untersuchte Person zur Risikogruppe für
Herzkreislauf-Erkrankungen zählt, ob Multiple Sklerose vorliegt
oder eine Darmerkrankung. Ziel der Einrichtung in Regensburg ist es
unter anderem, neue Diagnoseverfahren zu entwickeln, die schneller und
preisgünstiger sind als die bisher benutzten.
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| 05.09.2002 |
Landshuter
Zeitung |
Ein neues
Biotech-Zentrum für Diagnose-Verfahren bei Krebs
Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik
eröffnet
Regensburg. (ta) In einem neuen Biotechnologie-Zentrum sollen in
Regensburg moderne Diagnoseverfahren für schwere Krankheiten wie
Krebs oder Herzleiden entwickelt werden. Das am Mittwoch eröffnete
Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik wurde vom Freistaat
Bayern mit acht Millionen Euro gefördert.
Die Einrichtung der Universität soll in Zukunft als Bindeglied
zwischen Forschung und Industrie dienen. Fluoreszente Bioanalytik macht
Substanzen mit Hilfe von Leuchtstoffen sichtbar und erleichtert so die
Diagnostik in der Medizin. Ziel ist es, schnellere und billigere
Untersuchungsverfahren als bisher zu entwickeln. Derzeit werden in den
500 Quadratmeter großen Labors des Biotech-Zentrums zwölf
Projekte vorbereitet. Die Initiatoren hoffen, dass die Wissenschaftler
ihre Forschungen in Zukunft für die Gründung eigener
Unternehmen nutzen können. Regensburg gilt als einer der
führenden Biotechnologiestandorte in Deutschland. Vor einigen
Jahren hatte die Stadt das Gründerzentrum BioPark initiiert und
damit viele Unternehmen der Branche angelockt.
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