Presse 2002

Oktober 2002 transkript, Nr. 10, 8. Jahrgang Bayern
Kompetenzzentrum "Fluoreszente Bioanalytik" gestartet
Regensburg - Mit einer Startförderung von 8 Mio. € hat das Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik (KFB) der Universität Regensburg im BioPark seinen Betrieb aufgenommen. Auf über 500 m2 Laborfläche soll es unter Leitung von Dr. Jens Kürner künftig als FuE-Dienstleister und als zentrales Bindeglied zwischen den Regensburger Hochschulen und der Industrie dienen.
16 Projekte sind in Vorbereitung, die meisten aus der "Array-Technologie". Ziel ist eine Neuentwicklung von Diagnoseverfahren für die Routineanwendung in der Klinik. Weitere Projekte befassen sich mit Mikroskopie und Durchflußzytometrie, der Synthese neuartiger fluoreszierender Nanopartikel und der Protein-Bioproduktion. Firmenausgründungen aus dem KFB sind von allen Seiten ausdrücklich gewünscht und gefördert.
Oktober 2002 BIOforum, Nr. 10, 25. Jahrgang Kompetenzzentrum erfolgreich gestartet
Das Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik der Uni-versität Regensburg (www.uni-regensburg.de) ist im BioPark gestartet. Das Zentrum dient als F & E Dienstleister und zentrales Bindeglied zwischen den Regensburger Hochschulen und der Industrie. Herr Dr. Jens Kürner ist seit April Leiter des Zentrums. Derzeit sind 12 Projekte in Vorbereitung, deren Ziel u. a. die Neuentwicklung von schnellen, preiswerten Diagnoseverfahren für die Routineanwendung in der Klinik ist. Das Ziel des KFB ist die eigenständige Einwerbung von Finanzmitteln, um langfristig unabhängig von Zuschüssen zu werden. Eine Ausgründung von Firmen aus dem KFB wird ausdrücklich gewünscht und gefördert. Weitere Projekte und Kooperationen sind möglich und können bei Dr. Kürner angefragt werden. (Email: jens.kuerner@kfb-regensburg.de)
Oktober 2002 UMail, Regensburger Universitätszeitung, Nr. 5, 27. Jahrgang Was ist "Fluoreszente Bioanalytik"?
Im BioPark hat das Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik der Universität Regensburg den Betrieb aufgenommen
Am 4. September wurde im BioPark Regensburg das Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik (KFB) der Universität Regensburg feierlich eröffnet. Auf über 500 m2 Laborfläche soll das Zentrum als Forschungs- und Entwicklungs-Dienstleister und zentrales Bindeglied zwischen den Regensburger Hochschulen und der Industrie dienen.

Derzeit sind sechzehn Projekte in Vorbereitung. Die meisten kommen aus dem hoch innovativen Gebiet der Array-Technologie. Dabei werden auf speziellen Diagnose-Chips die fluoreszenten Leuchtstoffe mit verschiedenen Trägern wie Antikörpern oder Genen so kombiniert, dass Sie z.B. Krebszellen, Herzkreislauf-Risikogruppen, Multiple-Sklerose oder Darmerkrankungen feststellen können. Ziel der Projekte ist die Neuentwicklung von schnellen, preiswerten Diagnoseverfahren für die Routineanwendung in der Klinik. Weitere Projekte befassen sich mit Mikroskopie und Durchflußzytometrie (z.B. adulter Stammzellen), der Synthese neuartiger fluoreszierender Nanopartikel, sowie der nachhaltigen Bioproduktion von Proteinen. Das primäre Ziel des KFB ist die eigenständige Einwerbung von Finanzmitteln, um langfristig unabhängig von wirtschaftlichen Zuschüssen zu werden. Eine Ausgründung von Firmen aus dem KFB wird von allen Seiten ausdrücklich gewünscht und gefördert.

Neue Synergien durch interdisziplinäre Zusammenarbeit
Bei der Eröffnungsfeier im Hörsaal des BioPark-Gebäudes, bei der auch Staatssekretär Hans Spitzner und Oberbürgermeister Hans Schaidinger zugegen waren, hob Rektor Alf Zimmer in seinem Grußwort das Neuartige an diesem Kompetenzzentrum hervor: "Wenn sich Wissenschaft mit Problemen der Anwendung auseinandersetzen will, so sind dafür Strukturen nötig, die Matrix- oder Netzwerkcharakter haben, denn konkrete Probleme betreffen in der Regel mehrere Disziplinen und stehen vielfach quer zu den wissenschaftlichen Kategorien. Deshalb seien Kompetenzzentren wie das für Fluoreszente Bioanalytik als Fix- und Ausgangspunkt für problemorientierte Netzwerke notwendig". Erfolgreich wirken könne ein solches Zentrum jedoch nur, so fuhr der Rektor fort, "wenn es in den entsprechenden organisatorischen, intellektuellen und sozialen Kontext eingebunden ist. Aus diesem Grunde findet sich das Kompetenzzentrum im Bereich des BioParks, ist der Universität, speziell dem grundlagenorientierten Graduiertenkolleg, aber auch den anwendungsoreintierten Bereichen speziell in der Medizin benachbart und bringt Fachleute zusammen, die in traditionell organisierten Wissenschafts- oder Universitätsverbünden kilometerweit entfernt und durch organisatorische Barrieren getrennt wären". "Durch die vorhandene Bandbreite an Projekten", so schloss der Rektor, "und das funktionelle Ineinandergreifen der verschiedenen beteiligten Fakultäten wird die Bedeutung für die Universität Regensburg deutlich. Der Betrieb des KFB wird zu neuen Synergien durch das hohe Maß an interdisziplinärer Zusammenarbeit führen und bringt die Chance, sich als eine Schnittstelle zwischen Forschung und Lehre und Entwicklung und Produktion zu etablieren. Damit wird letztlich auch die Attraktivität der Universität Regensburg erhöht".
Hans Spitzner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie, der als Überbringer des Bescheids über den größten Teil der Mittel (3.288.900 Euro) gekommen war, stellte das Projekt in den Zusammenhang der High-Tech-Offensive, mit der der Freistaat die Entstehung von Hochtechnologie-Zentren von internationaler Bedeutung fördert. So wurden im Rahmen des Programms "Offensive Zukunft Bayern" ca. 1,7 Mrd. Euro in Wissenschaft, Forschung und Zukunftsfelder der Wirtschaft investiert, und seit 2000 mit der sogenannten "High-Tech-Offensive" nochmals über 1,35 Mrd. Euro bereit gestellt.
Im Zusammenhang mit der High-Tech-Offensive, so Staatssekretär Spitzner, spielten vor allem die sogenannten Life Sciences eine Schlüsselrolle. Dabei sei Regensburg prominent vertreten. Grund genug für den Freistaat, in den nächsten Jahren alleine in den Ausbau der BioRegio Regensburg 63,6 Mio. Euro zu investieren, denn Regensburg sei eine wesentliche Säule der Biotechnologie in Bayern.
Oberbürgermeister Hans Schaidinger bezeichnete das neue Kompetenzzentrum zwar "als das Herz unserer Biotechnologieaktivitäten" und verwies darauf, dass es Regensburg gelungen sei "sich eine Reputation im Bereich der Biotechnologie regional, europaweit und international zu erarbeiten". Doch dürfe man sich mit dem Erreichten nicht zufrieden geben, sondern müsse rechtzeitig die Weichen in die Zukunft stellen. Konkret warb der Oberbürgermeister für die finanzielle Unterstützung durch den Freistaat für den bereits beschlossenen BioPark II und nannte als weitere Zielsetzung, unmittelbar angrenzend an das Universitätsgelände einen Technologiepark aufzubauen, um langfristig die weiteren Chancen der Kooperation des Klinikums, der Universität, der Fachhochschule und der ansässigen Wirtschaft zu stärken. Der Stadtrat habe dazu seine Zustimmung gegeben. Allerdings brauche es dazu nicht nur Geld, so der OB, sondern "den Gemeinschaftssinn aller Akteure, der bei der BioRegio-Initiative zum Ausdruck gekommen ist".

Die Vorgeschichte
Mit der Teilnahme am BioRegio Wettbewerb 1996 kam es zur ersten Schärfung des biotechnologischen Potentials in der BioRegio Regensburg. Die Jury hob lobend die Kompetenz der Regensburger Hochschulen und Firmen im Bereich Fluoreszenztechnologien hervor. Diese Bioanalytik umfasst sämtliche Techniken zur Identifizierung und Quantifizierung von Substanzen, welche mit Hilfe von "Leuchtstoffen" sichtbar gemacht werden. Gerade in der medizinischen Diagnostik ermöglicht dies schnelle und preiswerte Methoden.
Um die thematische Fokussierung weiter auszubauen, wurde in der High-Tech Offensive 1999 parallel zur Gründung der BioPark Regensburg GmbH die Schaffung eines universitären Kompetenzzentrums zur Umsetzung dieses Potentials in marktfähige Produkte beschlossen. Auch hier überzeugte das Konzept: der Freistaat investierte insgesamt 4,5 Mio. € in die technische Ausstattung und 3,5 Mio. € in den Betrieb und die ersten Projekte. Mit dieser Startförderung ist das Kompetenzzentrum nun ein wichtiger Motor für die Entwicklung und Anwendung neuer analytischer Verfahrenstechniken auf dem Gebiet der Fluoreszenten Bioanalytik im BioPark.
Im letzten BioProfile-Antrag 2001 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (bmb+f) wurde den fluoreszenten bioanalytischen und gentechnischen Analyseverfahren ein sehr hohes Umsetzungspotential bescheinigt. So sah das projektbegleitende Beratungsunternehmen Cap Gemini Ernst & Young in dem Regensburger Antrag eine gute Möglichkeit, universitäres Know-how in neue Kooperationsprojekte mit der Industrie sowie der Generierung zukünftiger Start-Up-Unternehmen in der Region zu überführen.

Das Management
Mit dem 1. April 2002 hat der neue Leiter des Zentrums, Dr. Jens Kürner, seine Tätigkeit im BioPark aufgenommen. Dr. Kürner, Jahrgang 1972, hat in Regensburg bei Prof. Wolfbeis Chemie studiert und promoviert. Internationale Erfahrung sammelte er bereits als Schüler: er erwarb ein High School Diplom in Arlington, Ohio, USA. Es folgten Praktika während des Studiums u.a. in Manchester (Salford University) und Strasbourg (Université Louis Pasteur). Neben zahlreichen Publikationen zeichnete sich Dr. Kürner zuletzt durch den G. Märkl-Promotionspreis der Novartis Stiftung für Therapeutische Forschung aus. Er gilt als Kenner der fluoreszenten Bioanalytik Szene und bringt damit beste Vorrausetzungen für die Koordination des Kompetenzzentrums für Fluoreszente Bioanalytik mit.
Dem Kompetenzzentrum steht ein wissenschaftlicher Beirat aus sieben Professoren der verschiedenen Fakultäten der Universität Regensburg und des Klinikums der Universität Regensburg zur Seite: Prof. Dr. Ulrich Bogdahn (Klinik und Poliklinik für Neurologie), Prof. Dr. Michael Dowling (Lehrstuhl für Innovations- und Technologiemanagement), Prof. Dr. Peter Hegemann (Institut für Biochemie), Prof. Dr. Ferdinand Hofstädter (Institut für Pathologie), Prof. Dr. Gerd Schmitz (Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin), Prof. Dr. Hans Wolf (Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene) Prof. Dr. Otto Wolfbeis (Institut für Analytische Chemie, Chemo- und Biosensorik).
Sept./Okt. 2002 biomedpark, Nr.5 Regensburg - nur in Münchens Schatten?
... Weitere universitäre Forschungsansätze für schnelle und preiswerte fluoreszente Diagnoseverfahren in der klinischen Anwendung werden jetzt im Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik (KFB) gebündelt. Die technische Ausstattung des nach längerer Vorbereitung eingeweihten KFB hat sich der Freistaat 4,5 Millionen EUR kosten lassen. Für den Betrieb und die ersten Projekte werden in den nächsten fünf Jahren noch einmal 3,5 Millionen EUR zur Verfügung gestellt. Im April dieses Jahres hat das KFB seine über 500 qm großen Räume im BioPark bezogen, doch noch sind die nagelneuen labore leer. "Aber der Zuwendungsbescheid für die positiv begutachteten Projekte ist seit Juli da", versichert Jens Kürner, Projektkoordinator im KFB. "Wir können jetzt mit dem Bestellen und Einrichten anfangen." Richtig gestartet werden soll im Oktober mit 20 bis 30 Mitarbeitern, die von den einzelnen Professoren der Projekte gestellt werden. Ausstattungstechnisch kann sich das KFB dann u.a. auf ein Raft-Mikroskop und einen High- sowie einen Low-Density-Array-Reader freuen. Insgesamt sind 12 Projekte bewilligt, eingeteilt in die vier Funktionseinheiten Array-Technologie, Bio-technologie, Mikroskopie/ Durchflusszytometrie und Synthese/Spektroskopie. Finanzieren soll sich das KFB langfristig durch Ausgründungen und als Forschungs- und Entwick-lungsdienstleister auf dem Gebiet der fluoreszenten Analytik, an der Schwelle zwischen Hochschule und Industrie. So zumindest sieht es der Businessplan vor.
Damit diese Aussicht nicht nur eine schöne Hoffnung bleibt, wurde bei der Auswahl der Projekte auch auf ihre wirtschaftliche Anwendbarkeit geachtet. "Zudem sind die einzelnen Funktionseinheiten nicht als isolierte Projekte zu sehen", betont Jens Kürner. Ein Projekt aus dem Bereich Synthese/Spektroskopie beschäftige sich z.B. mit neuen Fluoreszenzfarbstoffen, die dann bei Projekten aus dem Bereich Array- Technologien Einsatz finden können. "Der ganzheitliche Ansatz ist wichtig und soll gefördert werden." ...
11.09.2002 Wochenblatt, Regensburg Regensburg: Spitzenposition in Bioanalytik ausgebaut
REGENSBURG: Auf über 500 Quadratmetern Laborfläche wurde am vergangenen Mittwoch im Hörsaal des BioParks (Josef-Engert-Straße 9) das Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik eröffnet. Damit konnte Regensburg seine führende Position als das deutsche Zentrum für fluoreszente Bioanalytik weiter ausbauen.
Das Kompetenzzentrum dient zukünftig als Dienstleister und zentrales Bindeglied zwischen den Regensburger Hochschulen und der Industrie und wurde im Rahmen der High-Tech Offensive beschlossen. Der Freistaat investierte insgesamt 4,5 Millionen Euro in die technische Aussattung und 3,5 Millionen Euro in den Betrieb und die ersten Projekte.
Das Zentrum soll als wichtiger Motor für die Entwicklung und Anwendung neuer analytischer Verfahrenstechniken auf dem Gebiet der Fluoreszenten Bioanalytik im BioPark fungieren. Aufgrund der angesammelten Erfahrungen in der fluoreszenten Bioanalytik und seiner ergänzenden Fokussierung auf Bioprodukte und molekulare Sonden gilt die Region inzwischen als ein herausragendes Zentrum für Bioanalytik in Deutschland. Die neuentwickelten Produkte werden mittlerweile weltweit vermarktet, so eine Meldung aus dem BioPark. (wr)
06.09.2002 Süddeutsche Zeitung Die leuchtenden Gene
Im Biopark Regensburg wird ein Verfahren zur Früh-Erkennung von Krebs entwickelt
Von Christian Schneider. Regensburg - Patienten mit Krebserkrankungen oder Herzleiden können schon bald gezielter therapiert werden. Möglich macht das ein neues Diagnoseverfahren, das im jetzt eingeweihten Regensburger Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik (KFB) entwickelt wird und spätestens in drei Jahren auf den Markt kommen soll. Bei dem KFB werden schon bald rund 30 wissenschaftliche Mitarbeiter mit dieser Methode beschäftigt sein. In der fluoreszenten Bioanalytik werden Substanzen mit Hilfe von Leuchtstoffen sichtbar gemacht und quantifiziert. Das neue Zentrum verfügt dafür über eine kostspielige Geräte-Infrastruktur, die es nur noch an zwei oder drei anderen Standorten in Deutschland gibt.
Bei dem neuen Diagnoseverfahren wird menschliches Erbgut - in der Regel Blut - in einen speziellen Diagnose-Chip gespritzt und dort auf etwaige Defekte hin analysiert. Der Vorgang ist vergleichbar mit dem Abgleich von Daten - normal entwickelte Gene werden mit den Genen des Patienten verglichen. Bei der fluoreszenten Bioanalytik werden Gene, die aus der Norm fallen, frühzeitig entdeckt, der Arzt kann schon zu einem Zeitpunkt eine Therapie bestimmen, noch ehe sich beim Patienten Symptome der Krankheit bemerkbar machen.
Das neue Kompetenzzentrum ist ein Kind der Universität Regensburg, mit dessen Klinikum es eng zusammen arbeitet. An dem Kompetenzzentrum sind acht Lehrstühle der Uni Regensburg be-teiligt. Untergebracht ist die Einrich-tung allerdings im so genannten Bio-Park der Stadt. Derzeit werden in den 500 Quadratmeter großen Labors des Biotech-Zentrums zwölf Projekte vorbereitet. Die Initiatoren hoffen, dass die Wissenschaftler ihre Forschungen in Zukunft für die Gründung eigener Unternehmungen nutzen können.
"Wir verstehen uns sowohl als Forschungs- und Entwicklungseinrichtung als auch als Dienstleistungsunternehmen", sagt Jens Kürner, der Geschäftsführer des KFB. Zu den Kunden dieses Dienstleisters werden künftig Kliniken und auch die einschlägige Industrie gehören. Schon jetzt gilt Regensburg als einer der drei führenden Biotechnologie-Standorte in Deutschland.
Vor einigen Jahren bereits hatte die Stadt das Gründerzentrum Biopark initiiert und damit zahlreiche Unternehmen der Branche in die Domstadt gelockt. Inzwischen platzt der Biopark aus allen Nähten. Nun wird im Regensburger Rathaus über den Bau eines weiteren Bioparks nachgedacht. Damit könnte die Stadt ihre Position im Bereich Biotechnologie noch weiter ausbauen.
Der Freistaat hat bis jetzt 4,5 Millionen Euro in die technische Ausstattung und weitere 3,5 Millionen Euro in den Betrieb und die ersten Projekte des neuen Kompetenzzentrums investiert. Spätestens in drei Jahren läuft aber jegliche Förderung aus. Dann soll die Einrichtung auf eigenen Füssen stehen und Geld mit neuen Plänen verdienen.
Ziel der laufenden Forschungsprojekte ist die Entwicklung von neuen Diagnoseverfahren, die schneller und preiswerter sind als die bisherigen, sagt Kürner. Der KFB-Geschäftsführer fügt aber im gleichen Zusammenhang hinzu, dass damit die derzeit üblichen Vorsorgeuntersuchungen, etwa für Brust- oder für Darmkrebs, "nicht überflüssig oder ersetzt werden". Man könne vielmehr von einer "Ergänzung" sprechen. Ärzte bekämen eine "zusätzliche Hilfestellung".
Doch nicht nur Patienten und Ärzte, sondern auch die Krankenkassen sind interessiert an dem neuen Diagnoseverfahren, wie es jetzt auf der Basis der fluoreszenten Bioanalytik im Regensburger KFB entwickelt wird. Der Diagnose-Chip gibt nämlich auf Grund des Gen-Vergleichs Auskunft darüber, für welche Krankheiten ein Patient anfällig ist und was er beziehungsweise sein Arzt gezielt unternehmen kann, damit die Krankheit erst gar nicht oder nur sehr abgeschwächt zum Ausbruch kommt. Gerade auch für Risiko-Patienten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ergeben sich damit ganz neue Möglichkeiten bei der Prävention. Gegenmaßnahmen können frühzeitig ergriffen, Medikamente richtig dosiert und speziell auf ein ganz bestimmtes Krankheitsbild abgestimmt werden.
Beim KFB geht man davon aus, dass das neue Diagnoseverfahren schon bald zur "Routineanwendung in den Kliniken" wird.
05.09.2002 Mittelbayerische Zeitung Ein großer Schritt Richtung Industrie
Die Uni eröffnete gestern das Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik
Von Peter Brielmaier, MZ. Regensburg. Die Universität hat sich gestern mit dem bislang größten Schritt in ihrer Geschichte für die Wirtschaft geöffnet: Im Biopark wurde das Kompetenzzentrum für "fluoreszente Bioanalytik" eröffnet, in dem Professoren aus mehreren Fachbereichen zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt steht dabei die anwendungsbezogene Forschung. Biologen, Chemiker und Mediziner wollen hier nicht nur mit Hilfe der Biotechnologie moderne Diagnoseverfahren entwickeln, sondern auch zur Gründung von Start-Up-Unternehmen beitragen.
"In diesem Kompetenzzentrum kommen Fachleute zusammen, die traditionell kilometerweit auseinander sitzen", sagte Rektor Professor Alf Zimmer. Prinzipiell mache ein solches Projekt, das nicht zur traditionellen Organisationsform passe, einer Universität eher Schwierigkeiten. "Deshalb ist es umso schöner, dass es zustande gekommen ist." Das neue Kompetenzzentrum solle Bindeglied zwischen "den Regensburger Hochschulen" und der Industrie sein. Auch wenn im wissenschaftlichen Beirat bislang nur Professoren der Universität sitzen, hofft Zimmer, dass in Zukunft auch die Fachhochschule mit ihrem technologischen Wissen eingebunden werden kann.
Das Kompetenzzentrum für fluoreszente Bioanalytik wird vom Freistaat Bayern mit Privatisierungserlösen aus der High-Tech-Offensive unterstützt. Staatssekretär Hans Spitzner vom Wirtschaftsministerium hatte bei der Eröffnungsfeier den Bewilligungsbescheid für 3,2 Millionenn € für Zimmer in der Tasche. Insgesamt beträgt die Förderung 3,5 Millionen €. Dazu kommt über fünf Jahre ein laufender Zuschuss von 127 000 € jährlich aus den regulären Haushaltsmitteln. Das Kompetenzzentrum ist zurzeit noch Teil der Uni, soll sich auf Dauer aber durch Industrieaufträge und Kooperationen selbständig finanzieren, sagte Spitzner.
Oberbürgermeister Hans Schaidinger hatte gestern bereits den nächsten Schritt ins Auge gefasst: "Mit der Inbetriebnahme des Kompetenzzentrums geht das Haus insgesamt seiner hunderprozentigen Vollauslastung entgegen. Wir mussten bereits einige Interessenten abweisen." Die Stadt Regensburg habe trotz ihrer schwierigen Haushaltslage für das nächste Jahr ihren Anteil für den geplanten Biopark II fest eingeplant. Dies könne aber nur gelingen, wenn der Freistaat fünf Millionen € als Investitionszuschuss gewähre, sagte Schaidinger mit Blick auf Spitzner. "Wir sind kleiner, feiner und im Verhältnis erfolgreicher als andere im Bereich Biotechnologie", so Schaidinger.

Fluoreszente Bioanalytik
Die fluoreszente Bioanalytik umfasst alle Techniken, mit denen Substanzen mit Hilfe von "Leuchtstoffen" sichtbar gemacht werden. Sie wird vor allem in der medizinischen Diagnostik eingesetzt, um schnell und preiswert Untersuchungen durchführen zu können, ob beispielsweise Krankheiten vorliegen.
Im Regensburger Kompetenzzentrum bildet die sogenannte Array-Technik den Schwerpunkt. Dabei werden auf Diagnose-Chips die fluoreszenten Leuchtstoffe mit Antikörpern oder Genen kombiniert. Dadurch kann dann festgestellt werden, ob beispielsweise Krebszellen vorhanden sind, ob die untersuchte Person zur Risikogruppe für Herzkreislauf-Erkrankungen zählt, ob Multiple Sklerose vorliegt oder eine Darmerkrankung. Ziel der Einrichtung in Regensburg ist es unter anderem, neue Diagnoseverfahren zu entwickeln, die schneller und preisgünstiger sind als die bisher benutzten.
05.09.2002 Landshuter Zeitung Ein neues Biotech-Zentrum für Diagnose-Verfahren bei Krebs
Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik eröffnet
Regensburg. (ta) In einem neuen Biotechnologie-Zentrum sollen in Regensburg moderne Diagnoseverfahren für schwere Krankheiten wie Krebs oder Herzleiden entwickelt werden. Das am Mittwoch eröffnete Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik wurde vom Freistaat Bayern mit acht Millionen Euro gefördert.
Die Einrichtung der Universität soll in Zukunft als Bindeglied zwischen Forschung und Industrie dienen. Fluoreszente Bioanalytik macht Substanzen mit Hilfe von Leuchtstoffen sichtbar und erleichtert so die Diagnostik in der Medizin. Ziel ist es, schnellere und billigere Untersuchungsverfahren als bisher zu entwickeln. Derzeit werden in den 500 Quadratmeter großen Labors des Biotech-Zentrums zwölf Projekte vorbereitet. Die Initiatoren hoffen, dass die Wissenschaftler ihre Forschungen in Zukunft für die Gründung eigener Unternehmen nutzen können. Regensburg gilt als einer der führenden Biotechnologiestandorte in Deutschland. Vor einigen Jahren hatte die Stadt das Gründerzentrum BioPark initiiert und damit viele Unternehmen der Branche angelockt.
07.08.2002 Mittelbayerische Zeitung Zentrum für "Leuchtstoffe"
BioPark Regensburg
REGENSBURG (fl). Das Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik (KFB) der Uni Regensburg im BioPark ist gestartet. "Auf über 500 Quadratmeter Laborfläche soll das Zentrum künftig als Forschungs- und Entwicklungs-Dienstleister sowie als zentrales Bindeglied zwischen den Regensburger Hochschulen und der Industrie dienen", teilte die BioPark GmbH mit. Dr. Jens Kürner leitet das Zentrum. Sieben Professoren bilden einen wissenschaftlichen Beirat.
Bei der Fluoreszenten Bioanalytik werden Substanzen mit Hilfe von "Leuchtstoffen" identifiziert und quantifiziert. Derzeit sind der Mitteilung zufolge 16 Projekte in Vorbereitung. Die meisten kämen aus dem Bereich der "Array-Technologie". Dabei werden auf spezielle Diagnose-Chips die fluoreszenten Leuchtstoffe mit verschiedenen Trägern wie Antikörpern oder Genen so kombiniert, dass sich zum Beispiel Krebs, Multiple-Sklerose oder auch Herzkreislauf- beziehungsweise Darmerkrankungen feststellen lassen. Ziel ist die Neuentwicklung von Diagnoseverfahren für die Routineanwendung in der Klinik.